2022

Choreografische Werkstatt

„TanzSkizzen/Teil 4"

Eine künstlerische Hommage an Charlotte Salomon (1917/Berlin – 1943/Auschwitz)“

Der Workshop soll dazu einladen, anhand bereits 2019/2020 entwickelter Tanz-Skizzen I-III nun - nach coronabedingter Pause - mit Tanz-Skizzen IV auf explorative "Spurensuche" zu gehen, um innovative Formen künstlerischer Erinnerungsarbeit gemeinsam auszuloten.

Der Workshop ist offen für alle tanz- und theaterbegeisterten Teilnehmer: innen, die sich auf diese Art von Begegnung mit jüdischer Geschichte sowie auf das - stets aktuelle - Thema einer individuellen Identitätssuche im Spannungsfeld von Exil, Heimat & Fremde und einlassen möchten.

Der Workshop findet statt im Rahmen des (verlängerten) Festjahres "1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland" und ist Baustein eines Research-Projekts "ArtMaking & Traumatic Topics" in Kooperation mit der SRH Heidelberg | Internationaler Masterstudiengang Dance Movement Therapy | https://www.hochschule-heidelberg.de/master/tanz-und-bewegungstherapie/ 

https://2021jlid.de/kalender/choreografische-werkstatt-tanzskizzen-eine-kuenstlerische-hommage-an-charlotte-salomon/

 

Voraussetzung zur Teilnahme:

Grundkenntnisse in Bewegungsimprovisation

Offenheit für interdisziplinäres Experimentieren

Interesse an einem vorurteilsfreien Miteinander

 

Workshop-Zeiten 

SA 02. Juli 2022 | 10:00 - 17:00 h

Ort: Saal | Stadtteilzentrum Briegelacker         Baden-Baden

Anmeldung/Info:

k.stoye@tanzkunst.org

Der Workshop findet statt in Kooperation mit
Raum der Künste e.V.

Neu gegründeter Verein für künstlerisches Schaffen und kulturelle Bildung. Erste Eindrücke gibt's auf unserer Webseite.

Festjahr 2021

Gefördert durch Bundesministerium des Innern, Bau und Heimat * Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien * Landesregierung NRW * Stadt Köln

Sense. Feel. Move - 
Bilder bewegen 

Dreitägiges Tanz-Kunst-Projekt in Workshopformat (Nov 2020)

für 5 - 7 tanzerfahrende oder tanzinteressierte Menschen zwischen 18 und 27 Jahren

Termine: 

02./03.11.20 (10 - 14 Uhr)

07.11.20 (14 - 18 Uhr)

Ort

Städtische Galerie Karlsruhe, Lorenzstr. 27, Lichthof 10

Teilnahmebeitrag: 

15,00 €

-> wegen Pandemiestufe 3 wurden die Workshoptage mit Performance (nach Rücksprache mit der Städtischen Galerie Karlsruhe & dem TOLLHAUS)  verschoben auf Frühjahr 2021

INHALTE UND ZIELE:

Auseinandersetzung in Bewegung mit äußeren und inneren Bildern und Räumen

Sinnlich-intuitive und spielerische Beschäftigung mit realen und abgebildeten Landschaften in und außerhalb der Städtischen Galerie

Übungen zur Erweiterung von Wahrnehmung, Präsenz und künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten

Kennenlernen und Ausprobieren von verschiedenen Techniken aus der zeitgenössischen Tanz-Performance-Kunst: Improvisation, Komposition und Choreografie, Instant Composition

Gemeinsames performatives Experimentieren in öffentlichen Räumen

https://www.facebook.com/events/3414848088740435

ProjektDurchführung:

Friederike Steffens Tanz-, Improvisations- und Performancekünstlerin, Pädagogin, u.a. aktiv bei https://taktlos-konnektiv.de/

Julia Holzmüller dance artist, Tanz-und Bewegungspädagogin www.tanz-flow.de

ProjektCoaching:

Katharina Stoye Kulturvermittlerin, Kulturwissenschaftlerin, Tanztherapeutin

In Kooperation mit: 

Städtische Galerie Karlsruhe

Karlsruhe: Städtische Galerie Karlsruhe

FOTO: F. Steffens/J. Holzmüller 

Zu weiteren TanzKunst-Projekten 

Gefördert durch 
Ministerium für Soziales und Integration BaWü 

Masterplan Jugend 2020

2019/2020

Tanzperformance-Projekt (Tanz-Skizzen I - III)
 
Exil, Heimat und Fremde - gestern und heute
Eine künstlerische Hommage an Charlotte Salomon

Die junge jüdische Berliner Künstlerin Charlotte Salomon (1917/Berlin - 1943/Auschwitz) thematisiert in "Leben oder Theater?" auf innovative Weise - nämlich im Stile einer "Graphic Novel" - das Fremdsein, das Exil und ihre existentielle Einsamkeit. Sie sucht nach ihrer individuellen Identität mit allen Konflikten und Sehnsüchten:

 

"(…) Und sie sah sich vor die Frage gestellt, sich das Leben zu nehmen oder etwas ganz Verrückt-Besonderes zu unternehmen (…) Sie sah mit wachgeträumten Augen all die Schönheit um sich her, sah das Meer, spürte die Sonne und wusste: sie musste für eine Zeit von der menschlichen Oberfläche verschwinden und dafür alle Opfer bringen – um sich aus der Tiefe ihre Welt neu zu schaffen (…)"


Charlotte Salomons autobiographisches Werk diente uns im interdisziplinären Team als Vorlage zur szenisch-choreografischen Arbeit. Dabei stand der schöpferische und kreative Prozess im Mittelpunkt. 

Sowohl ausgewählte "Bild-Szenen" als auch ausgewählte (die "Graphics" begleitende) Texte waren uns Inspiration, um diese im Tanz im Hier und Jetzt künstlerisch zu kommentieren. 

Anliegen der Workshopreihe I - III war die Suche nach einem individuellen Zugang und einer Aktualisierung einiger biografischer Grundthemen Charlottes:

 

Trauer, Einsamkeit & Hoffnung in der Fremde 

Natur & Kunst als Heimat 

FamilienGeschichte(n)

Einsamkeit/Zweisamkeit/Dreisamkeit 

Selbstbildnis & Selbstwerdung

 

Rückmeldung einer Workshop-Teilnehmerin (Dezember 2019):

"Ich bin unglaublich dankbar für die gemeinsame Zeit und Auseinandersetzung mit Charlotte Salomon (die ja so halb meinen Namen trägt). 

Ich wünsche euch eine gelingendes Projekt und intensive Auseinandersetzung - mega wichtig auch im Sinne der Erinnerungskultur sich mit solchen Dingen zu beschäftigen.  Also toitoitoi!"

 (Salome V.)

Gefördert durch das 
Ministerium für 
Soziales und Integration BaWü 

Masterplan Jugend 2020

Exil-Gedicht 
der Großmutter Charlottes beim Abendspaziergang in der Natur

„Von Schmerz und Grauen ist die Welt erfüllt.

Nicht herrschen Sitte und Vernunft.

Zerstört sind Freundschaft und Vertrauen.

Stehen wir am Abbruch einer neuen Zeit ?

Ach, wäre doch der Friede nicht so weit.

 

Doch, wie der Menschen Sinne sich auch wandeln -

Es bleibt Natur, unwandelbar und schön.

Der Vögel Lied erschallt, die Blumen blühn.

Und ringsum hüllt des Mondes Silberschein

Meer, Berg und Tal in lichten Nebel ein.

 

Wozu – das Fragen nach dem Sinn der Schöpfung ?

Wozu – das Forschen nach woher, wohin ?

So wie Natur vergehend bleibt bestehen,

so wird auch unsre Asche nicht vergehen !“

aus: CHARLOTTE SALOMON: Leben ? Oder Theater ?  S. 313 (Prestel-Verlag)

Bild: Katharina Stoye "Farbimprovisationen zu

Tanzperformances 
im Rahmen von Ausstellungen/Vernissagen/
Tagungen 2010 - 2014

Performance zu "Zyklus 12"- Bildern von Claus G. Kohr in Kooperation mit der Karlsruher Kunst-Intitiative "Kunst im Leerstand"

Performance zu Bildern und Gedichten im Rahmen der Vernissage „Gegenüberstellungen! Malerei - Plastiken - Zeichnungen – Objekte“ von Claus G. Kohr (mit Einführung von Dr. Babette Stadie/Lesung mit Christoph Köhler)

Performance "Tanz begegnet Bild und Wort“ im Rahmen der "Tage der offenen Tür"  der FKS (mit Festvortrag von Prof. em. Dr. Raimer Jochims/Städel Frankfurt)

Bild links: Katharina Stoye "Musik- und Farbimprovisationen zu J.S. Bach/Bild 3" (2011)

Verlorenes Exil
 

Untertitel: 
Ich bin schon auch zur See gefahren

Autor: Claus G. Kohr

Sprecher: Ch. Köhler 
Kafka-Literaturbühne 

"Es sind wieder diese großen weißen Segel

Die mich blenden

Vor dem sehnsuchtsvoll tiefblauen Himmel

Das Aufschlagen des Schiffsleibes

Auf unendlich tiefem Grün des strandenden Meeres

Erregt rufe ich hinaus in das Schreien der Möwen

Nimm mich mit!

Die große Fahrt

Das wilde Schlagen des Rumpfes

Im wogenden Gestade

Fern ab vom Land und Frei

In ungewissen Weiten

Des ewigen Meeres

Nimm mich mit!"

Performance 2012

Rheinhafen-Ateliers 

"Tage der offenen Tür"

Freie Kulturschule e.V. 

Danssporen - Een reis naar de innerlijke danser"  [ISBN  978-90-902-5257-5] Sjannie Vos | Autorin    K. Stoye  |Redaktionelle Begleitung 

Buchpublikation 2010

Autorin: Sjannie Vos
Redaktion: K. Stoye
[ISBN 978-90-902-5257-5]

https://www.bibliotheek.nl/catalogus/titel.327564113.html/danssporen/

Dans Collectief Sjannie Vos


Die Tanzproduktion wurde gefördert durch: 
Prins-Bernhard-Fond | Culturele Raad Deventer | Mamma Cash

LINK: Video "...onbekend" (1:10 Min.) https://youtu.be/Danscollectief Sjannie Vos/Produktion"...onbekend"

Nach der 3jährigen Weiterbildung in "Modern Dance" und "Dans als bewustwording" (1994-1997) bei der niederländischen Choreografin und Dozentin Sjannie Vos (ehem. Dozentin an der Academie voor Theater en Dans/Amsterdam), sprach mich Sjannie 1997 an, 

mit ihr als Choreografin und Regisseurin | https://dansmagazine.nl/choreografen-en-dansers/sjannie-vos

mit Uschi ter Veer/Elementarer Tanz e.V. als Tänzerin und Co-Choreografin | https://elementarertanz.de

mit dem Pianisten/Komponisten Henk-Doeke Oding  | http://www.hdodinga.nl/#biografie

mit Andreas Bauer-Stoye/Sprecher und Fremdsprachentheater | https://www.wittenannen.net/unser-institut/

ein deutsch-niederländisches "Danscollectief Sjannie Vos" zu gründen.

 

 

"Tanz erzählt für mich Geschichte(n), die zwischen den Zeilen stehen"

Zitat: K. Stoye  | Programmheft "...onbekend" ( 2000)

Zur Arbeitsweise im Tanzkollektiv

"Al dansend ondekken ze dat zij niet de dans maken, de dans maakt hen" [uit: Danssporen, 2010, S. 20]

Von 1998-2000 arbeiteten wir wechselweise in Köln, Düsseldorf und den Niederlanden zusammen an der ersten gemeinsamen Produktion "...onbekend" (inspiriert auf Gedichte von Pablo Neruda), welche schließlich bei den Amnesty-International-Tagen 1999/NL sowie 2000 am Universitätstheater Groningen und im Theater Schouwburg Deventer mit viel positiver Resonanz zur Aufführung kam. 

Ein Grundgedanke des Arbeitens im Kollektiv war dabei die aktive Mitwirkung der Tänzer: innen/Performer: innen am choreografischen Prozess sowie der regelmäßige Austausch zwischen den Kollektiv-Mitgliedern. Dank langjähriger öffentlicher Förderungen konnte das "Danscollectief Sjannie Vos" bis 2015 in regelmäßigem Turnus weitere Tanztheater-Produktionen entwickeln und aufführen.

Nach meinem Ausscheiden als aktive Tänzerin 2000 und dem Umzug nach Karlsruhe blieb bis zum Tod von Sjannie Vos (Pfingsten 2020) eine tiefe Verbundenheit bestehen, die getragen war vom gemeinsamen Verständnis des 

Galerie 1 | YouTube-Videos

Die Tanz-Videos stammen aus einer Abendvorstellungen am Universiteitstheater Groningen/NL im Jahr 2000.

Video/-Schnitt der Gesamtvorstellung : H. Dieter Schäfer 

YouTube-Schnitt: R. Law/K. Stoye

Tanz-Duo "De Onbekende" 
"Ich komme zufällig vorbei, ich klopfe an und sie machen mir auf, ich gehe herein (...) dann erst merke ich, dass ich unbekannt bin" 

Text: Pablo Neruda, Memorial de la Isla Negra, De Onbekende (Fragment)

Musik: Zbigniew Preisner (Blanc, Nr. 1-8) | Henk-Douke Odinga (In een oude klostertuin)

Tanz: Katharina Stoye | Uschi ter Veer

Tanz-Solo "De Zwaan"
"Sie brachten mir einen halbtoten Schwan. So einen habe ich später nie wieder gesehen (...)  Und dann, als ich ihn zu meiner Brust hochhob, fühlte ich ein Band, das sich entrollte, etwas wie ein schwerer Arm strich mir entlang meines Gesichts. Es war sein langer kringelnder Hals, der nach unten fiel (...)"

Text: Pablo Neruda, Uit een straat werd ik geroepen, Een stervende Zwaan (Fragment)

Musik/Piano: Henk-Douke Odinga (De zwaan)

Tanz: Katharina Stoye 

Tanz-Duo 
"... en nog begrepen ze niet"
"Die Erdenkinder sahen ihr Lachen zerschmettert, zerbrochen ihre schlanken Rehenleiber und noch, im Angesicht des Todes, begriffen sie nicht (...)" 

Text: Pablo Neruda, Canto General, Sie vergehen sich an den Inseln (Fragment)

Musik/Piano: H. M. Gorecki (Kronos Quartet, Quasi una Fantasia) | M. Boine (Ale Ale Don, Don't go..not you)

Tanz: Katharina Stoye | Uschi ter Veer

Galerie 2 | YouTube-Videos

Nach der Vorstellung...in Memoriam...

Tanz-Solo  "Deliciae Meae
"Mijn lief, 
je schoonheid schijnt door de dood heen.
Na mij zal geen minaar je meer nemen dan de dood (...)"i

Text: Liedtext aus Nicholas Lens, Flamma Flamma | The Fire Reqiuem  (Fragment)

Musik: Nicholas Lens

Tanz: Uschi ter Veer

Tanz-Duo "Kleine Weisen"
"Lass uns zusammen durch die Welt tanzen
Dann wollen wir Apfelblüten abpusten
Dann wehen wir durch die Fenster hinein (...) Kleine Weisen von gestern und morgen
Dann kommt der Tag, an dem wir Luft und Wasser/Erde und Menschen befreien..."

Text: Pablo Neruda, Odas elementales, Ode an die Luft  (Fragment)

Musik/Piano: Henk Douke-Odinge, Prelude en Fantasie

Tanz: Katharina Stoye | Uschi ter Veer

Pianoimpro | Nachklang "De Onbekende"

Musik/Piano: Henk Douke-Odinge, Improvisatie voor Piano Solo 

FOTOS
H. Dieter Schäfer 

Tanz-Szenen aus "...onbekend" 

...zu Zitaten aus dem "Canto General" (1959) und aus "Odas elementales" (1954) von Pablo Neruda:

 

"Lass uns zusammen durch die Welt tanzen/Dann wollen wir Apfelblüten abpusten/Dann wehen wir durch die Fenster hinein/(...)/Kleine Weisen von gestern und morgen/Dann kommt der Tag, an dem wir Luft und Wasser/Erde und Menschen befreien..."

"Die Erdenkinder sahen ihr Lächeln/Zerschlagen, zerbrochen Ihren rehschlanken Leib/Und noch, im Angesicht des Todes, verstanden sie nicht (...)"

"Ich klopfe an...und sie machen mir auf"

 

Nachruf auf Sjannie Vos im Juli 2020 
in "De Gelderlander"

Titel des Zeitungsartikels: 

"Sjannie Vos danste en leefde op haar intuitie"

 

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